Golfen Direct - Profi Tickern

Besser hätte Marcel Siem nicht in den Moving Day der BMW International Open starten können. Der Ratinger lochte den Ball an der Eins aus 75 Metern direkt zum Eagle ein. Die Menge tobte. Und nach Birdies an den Löchern 4, 6 und 9 war für all die vielen Zuschauer an dem sonnigen Samstag klar, mit wem sie mitlaufen und jubeln sollten. Der 31-Jährige hatte ein ums andere Mal allen Grund zur Freude. Die Drives waren sicher und die Eisen fanden messerscharf das Ziel. An Loch 10 folgte ein Monster-Drive mit 325 Metern Länge. Nach einem flachen Punch fiel auch dieser Birdie-Putt aus eineinhalb Metern. Marcel Siem ballte erneut die Faust und stand zum ersten und nicht letzten Mal ganz oben auf dem Leaderboard.

 

„Ich glaube, ich habe mit mein bestes Golf jemals auf diesen ersten 12, 13 Löchern gespielt“, so der geteilte Sechste vor dem Finaltag. „Leider habe ich dann doch einen kleinen Einbruch gehabt und wieder die Fehler von früher gemacht.“ An Loch 11 (Par 3) verzog Siem den Tee-Shot links in den Bunker und verpasste den kurzen Par-Putt aus zweieinhalb Metern. „Ich hatte da am Tee zwei Möglichkeiten – entweder ein Vollbrett mit dem Eisen 7 oder einen Fade mit der 6. Total blöd, man sollte niemals – egal, ob Amateur oder Profi – ohne Plan auf den Ball hauen. Das gab einen leichten Knacks, da habe ich mich auch schon über mich geärgert.“

 

Teilweise weltklasse

Es folgten aber sogleich zwei Birdies an den Löchern 12 und 13 – zuerst mit einem klasse Eisen bis auf 50 Zentimeter an den Stock, und dann mit einem laut seines am Fairwayrand mitlaufenden Trainer Günter Kessler „weltklasse Flop-Shot“ von unterhalb der 13. Fahne, nachdem der Schlag ins Grün ebenfalls gefährlich gepullt war. „Ich weiß bei meinen Bogeys zum Glück, woran es lag. Das war ein simpler technischer Fehler – aber eben dann doch nicht so einfach.“

An den Löchern 14 und 15 folgten unglückliche Bogeys, jedes Mal von der linken Seite des Fairways oder Grüns, „da ich nicht durch den Ball gehe.“ Und an der 17 kam es dann nochmals zu einigen Unruhen, da Siem der Meinung war, er habe den Ball vor dem kurzen Putt berührt, dieser habe sich jedoch nicht bewegt. Man rief den Schiedsrichter, der die Lage prüfte und Entwarnung gab. Der Par-Putt lippte dann aber nach dem Durcheinander unglücklich aus. „Beim Putter an den Ball stellen kam eine Windböhe und drückte ihn an den Ball. Ich wollte da kein Risiko eingehen, dass der Putt dann aber daneben ging, war einfach mein Fehler. Ich war wieder ruhig und habe ihn einfach falsch gespielt.“ So ging eine überaus emotionale Runde mit Eagle, sechs Birdies und vier Bogeys nur mit 68 Schlägen zu Ende.

Schwere Fahnen und Wind

„Vier unter ist heute sicher eine gute Runde bei den tricky Fahnenpositionen und dem wechselnden Wind“, so das Resümee von Siem, der natürlich auch gerne noch mehr Druck auf die Konkurrenz ausgeübt hätte, sich ob der 72er Runde seines Kollegen Bernhard Langers enttäuscht äußerte – und sich aber aufrecht und mit breiter Brust in den Kampf um den Sieg am Sonntagnachmittag stürzen mag. „Da verpasse ich gerne meinen Flug zur British-Open-Qualifikation bei London“, der um 20.05 Uhr geht.

Riesen Stimmung

12.400 Zuschauer hatten am Samstag den Weg nach  Gut Lärchenhof gefunden. Die Stimmung war riesig, besonders um die Flights der drei Deutschen, die den Sprung ins Wochenende geschafft hatten. „Das war absolut groß, teilweise wie in der Fankurve im Stadion. Ich mag das, wie mich die Leute anfeuerten. Und auch bei den Bogeys blieben sie bei mir und munterten mich auf. Das ist hier in Deutschland ja nicht immer so, da kommt ja schnell auch mal ein Grummeln und sich Abwenden“, so der Lokalmatador. „Ich bin emotional und brauche das. Toll, dass hier so viel los war.“

Neben Siem, der mit 68 und 71 Schlägen fünf unter Par vorgelegt hatte, kamen die beiden Veteranen Bernhard Langer und Alex Cejka weiter. Der 41-Jährige kam nach 68, 75 und 74 Schlägen auf den geteilten 57. Rang bei eins über Par, und sein 54-jähriger Landsmann ließ auf 71 und 67 Zähler eine 72 mit einem Birdie an Loch 1 und einem Eagle an Loch 13 neben drei Bogeys folgen. Langer belegt Rang 22. (Zwölf weitere deutsche Starter waren am Cut gescheitert, darunter auch Martin Kaymer nach Runden von 71 und 73 Schlägen.)

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