Die PGA Championship rangiert bei den meisten Profis als viertwichtigstes Major des Jahres. Die Amerikaner lieben das Masters, Europas Helden schwören auf die Open Championship und Golf-Masochisten schwärmen für die US Open. Aber die PGA Championship? Zwar hat sie mit der Wanamaker Trophy die größte Trophäe der vier ganz großen Turniere im Golf – aber sonst trifft eigentlich nur der etablierte Beiname zu: „Glory’s Last Shot“ – die letzte Chance auf Ruhm.

 

In diesem Jahr stehen die Vorzeichen aber etwas anders. Einerseits hat sich in der Saison 2012 bislang kein wirklich dominanter Spieler hervorgetan. Tiger Woods hat drei Mal auf der Tour gewonnen, war aber bei den Majors kein wirklicher Faktor für den Titel (dafür holte er in seiner Karriere bislang vier Siege bei der PGA Championship). Jason Dufner hat viel gewonnen, Ernie Els überraschend die Claret Jug nach Südafrika geholt, und Luke Donald hält sich wacker auf Platz eins der Weltrangliste. Aber von Dominanz wagt keiner zu sprechen.

 

Das macht es aber auch spannend. Denn selten gab es so viele Favoriten. Keegan Bradley, der Titelverteidiger und Gewinner der Vorwoche zählt sicher dazu. Wie auch Tiger Woods, Luke Donald oder Rory McIlroy. Aber auch Adam Scott (Zweiter bei der Open) oder Jim Furyk (Zweiter beim WGC) haben mit den Golf-Göttern noch etwas auszumachen. Martin Kaymer schließlich spielt eine bislang unterdurchschnittliche Saison, nachdem er 2010 und 2011 teilweise die Weltspitze dominierte. Für ihn wäre es in diesem Jahr vielleicht wirklich „Glory’s Last Shot“.

 

 

 

Der Ryder Cup ruft

Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt, der das Abschluss-Major des Jahres so interessant macht. Und das ist der Ryder Cup, der Ende September in Chicago ausgespielt wird. US-Kapitän Davis Love wird nach dem Finaltag immerhin acht Spieler benennen können, die sich automatisch für die Auswahl qualifiziert haben. Europas Kandidaten haben zwar noch bis zur Johnnie Walker Championship in Gleneagles Zeit, doch wer bei der USPGA ein starkes Resultat erzielt, kann in den Punktelisten einen deutlichen Satz nach vorne machen. Zudem ist Kapitän José María Olazábal mit im Feld. Er wird sich also genau ansehen können, wer eventuell für eine Wildcard in Frage kommt.

 

Vor Beginn der PGA Championship sind Peter Hanson, Martin Kaymer und Sergio Garcia die letzten drei Spieler in der Wertung für das Team. Doch Nicolas Colsaerts, Ian Poulter, Rafael Cabrera-Bello und Gonzalo Fernandez-Castaño sind ihnen dicht auf den Fersen.

 

 

Kaymer mit Woods im Flight

Vor allem die deutschen Zuschauer dürfen sich auf die ersten beiden Runden freuen. Keegan Bradley spielt zusammen mit Tiger Woods und Martin Kaymer (8.30 und 13.40 Uhr). Marcel Siem (7.20 Uhr und 12.30 Uhr) läuft an den ersten beiden Tagen an der Seite von D.A. Points und Kelly Mitchum über den Ocean Course.

 

 

Fakten zur 94. PGA Championship

 

  • Acht Millionen Dollar Preisgeld werden insgesamt ausgeschüttet, 156 Teilnehmer sind am Start. Den Sprung ins Wochenende schaffen die 70 besten Ergebnisse und Geteilte.
  • In den 16 letzten Austragungen der Majors gab es 16 verschiedene Sieger. Padraig Harrington war im Jahr 2008 der letzte Spieler, der drei Titel in zwei Jahren (2007 und 2008 Open Championship, 2008 PGA Championship) gewinnen konnte.
  • Alex Cejka hält auf dem Ocean Course den Platzrekord. Der Deutsche spielte beim World Cup im Jahr 1997 eine 63 (-9).
  • Teaching Professional Matt Dobyns vom Fresh Meadow Country Club führt das Feld von insgesamt 20 Golflehrern an, die an der 94. Auflage teilnehmen. Der Amerikaner gewann im Juni die 45. PGA Professional National Championship. Es ist seine erste Teilnahme. Darrell Kestner, ebenfals Golflehrer, ist mit 58 Jahren der älteste Spieler im Feld.
  • Im 156 Mann starken Feld sind die 108 besten Spieler im OWGR. Unter ihnen sind 32 Major-Sieger, die insgesamt 58 Major-Titel gewannen.
  • 57 Spieler sind Mitglied der European Tour.
  • South Carolina ist zum ersten Mal Austragungsort eines Major-Turniers.

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